Wie lange dauert die Ausbildereignungsprüfung, welche Aufgaben kommen dran und wann hast du bestanden? Der Ablauf der AEVO Prüfung Schritt für Schritt.
Wer den Ablauf der AEVO Prüfung kennt, geht deutlich ruhiger in den Prüfungstag. Die Ausbildereignungsprüfung besteht aus zwei Teilen: einem schriftlichen Teil und einem praktischen Teil. Beide prüfen die vier Handlungsfelder der Ausbilder-Eignungsverordnung — also alles, was du brauchst, um Auszubildende von der Planung bis zum Abschluss der Ausbildung zu begleiten.
Abgenommen wird die Prüfung von der zuständigen Kammer, in den meisten Fällen von deiner Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Kammer setzt einen Prüfungsausschuss ein, der sich aus Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Lehrkräften zusammensetzt. Wie du dich vorbereitet hast, spielt dabei keine Rolle: Ob Präsenzkurs, Onlinekurs oder Selbststudium — geprüft wird bei allen gleich.
Kurz gesagt
Schriftlich 180 Minuten, praktisch höchstens 30 Minuten (davon höchstens 15 Minuten Präsentation oder Durchführung). Bestanden ist, wer in beiden Teilen mindestens 50 Punkte erreicht.
Im schriftlichen Teil bearbeitest du fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern. Du hast dafür 180 Minuten Zeit. Die meisten Kammern prüfen mit Mehrfachauswahl-Aufgaben, die sich an einer durchgehenden Situation aus dem Ausbildungsalltag orientieren: ein Betrieb, der ausbilden möchte, eine Bewerberin, ein Problem in der Probezeit, die Anmeldung zur Abschlussprüfung.
Typische Themen sind die Voraussetzungen für die Ausbildung im Betrieb, der Ausbildungsvertrag, Rechte und Pflichten nach dem Berufsbildungsgesetz, Jugendarbeitsschutz, Lernmethoden, Beurteilungsgespräche und der Abschluss der Ausbildung. Wichtig ist weniger das Auswendiglernen einzelner Paragraphen als das Verständnis, welche Regel in welcher Situation greift.
Im praktischen Teil zeigst du, dass du eine Ausbildungssituation vorbereiten und durchführen kannst. Du wählst dafür zwischen zwei Formen:
Präsentation oder Durchführung sollen höchstens 15 Minuten dauern. Danach folgt ein Fachgespräch, in dem der Ausschuss Fragen zu deiner Auswahl, deinen Methoden und möglichen Alternativen stellt. Insgesamt dauert der praktische Teil höchstens 30 Minuten. Die Ausbildungssituation suchst du selbst aus; viele Kammern verlangen dazu vorab eine schriftliche Kurzbeschreibung, das sogenannte Konzept.
Mehr dazu, wie du das Thema findest und das Fachgespräch meisterst, liest du im Artikel AEVO praktische Prüfung.
Mit über 550 Prüfungsfragen, einer Probeprüfung unter Zeitdruck und mehr als 110 Fachgesprächsfragen trainierst du genau den Ablauf, der dich erwartet.
Zur PrüfungsvorbereitungBeide Teile werden getrennt bewertet. Bestanden hast du, wenn du in jedem Teil mindestens „ausreichend“ erreichst — das entspricht 50 von 100 Punkten. Eine sehr gute schriftliche Prüfung gleicht also eine nicht bestandene praktische Prüfung nicht aus.
Klappt es im ersten Anlauf nicht, kannst du die Prüfung wiederholen. Hast du einen der beiden Teile bestanden, wird er in der Regel angerechnet, wenn du dich innerhalb von zwei Jahren zur Wiederholungsprüfung anmeldest. Dann musst du nur noch den fehlenden Teil ablegen.
Die meisten Prüflinge scheitern nicht am Stoff, sondern an der Situation: an der Zeit im schriftlichen Teil oder an der Nervosität im Fachgespräch. Deshalb lohnt es sich, beide Teile unter echten Bedingungen zu üben. Für den schriftlichen Teil heißt das: Aufgaben mit Zeitvorgabe lösen und die Fragen genau lesen. Für den praktischen Teil: die eigene Unterweisung mehrfach laut durchsprechen, die Zeit stoppen und sich typische Rückfragen stellen lassen.
Plane außerdem den organisatorischen Teil frühzeitig: Anmeldung bei der Kammer, Abgabe des Konzepts für den praktischen Teil und die Anreise am Prüfungstag. Wer diese Punkte zwei, drei Wochen vorher erledigt hat, kann sich in der letzten Phase ganz auf das Lernen konzentrieren.
Der schriftliche Teil dauert 180 Minuten, der praktische Teil höchstens 30 Minuten. Beide Teile finden oft an verschiedenen Tagen statt.
Das regelt die Prüfungsordnung deiner Kammer. Häufig findet der schriftliche Teil zuerst statt; die Teile werden aber getrennt bewertet.
Welche Hilfsmittel erlaubt sind, legt die Kammer fest und teilt es mit der Einladung mit. Verlass dich nicht darauf, sondern lerne die wichtigsten Regeln so, dass du sie ohne Nachschlagen anwenden kannst.
Dann wiederholst du nur den fehlenden Teil. Der bestandene Teil wird in der Regel angerechnet, wenn du dich innerhalb von zwei Jahren zur Wiederholung anmeldest.
Stand: Oktober 2026. Die Einzelheiten zu Anmeldung, Terminen und Gebühren regelt deine zuständige Kammer — schau vor der Anmeldung auf ihre Seite.
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